Vom ersten Tweet bis zum letzten Blogbeitrag.
Wir werden, anders als die Generationen vor uns, nahezu selbstverständlich ein Digitales Ich hinterlassen. Und damit muss man sich beschäftigen.
Das ist nur eine von vielen Perspektiven gewesen, die ich auf der diesjährigen re:publica, kurz #rp13, erleben durfte. Lisa Rank, auf Twitter bekannt als @kumullus, sprach in einem Panel über dieses Thema. Dass sie dabei eine sehr persönliche Perspektive einnahm, erkannte ich an Kleinigkeiten. So sprach sie über ihre Mutter, die im Fall des Falles nichts mit ihrer digitalen Hinterlassenschaft anzufangen wüsste. Als relativ frisch gebackener Vater hätte ich die Überlegung vermutlich aus der Perspektive meiner Tochter gesehen.
Darum geht's aber gar nicht. Es zeigte, wie sehr sie persönlich hinter dem stand, was sie vortrug.
Und dieses Gefühl hatte ich bei vielen Vorträgen, Diskussionen und Workshops. Egal, ob Max Schrems in seinem Workshop zu "Europe vs. Facebook" schonungslos und geradeaus die Schweinereien des Quasimonopolisten offenlegt. Ob Johnny und Tanja Häusler ihren denkwürdigen Rant zu Bildung und Familie auf die Bühne kotzen. Ob Anne Wiezorek wortlos einem schweigenden Saal Beispiele zu Demütigungen präsentiert, die in der #aufschrei-Debatte zu Tage kamen.
Lisa, Max, die Häuslers, Anne: sie alle stehen für ein Ereignis, dass ich in der Form so nicht erwartet hätte. Die re:publica ist keine "Internetkonferenz von Spezis für Spezis" mehr, auch wenn sie vielleicht mal dort gestartet war.
Sie steht auf der Schwelle von einer Bewegung von Idealisten zur Einflussnahme auf die Politik. Dieser Eindruck lag zum Greifen nahe in der Luft. Sascha Lobo fasste es in Frust und Worte, Gunter Dueck kritisierte mehr oder weniger subtil.
Dem Beifallssturm nach dem Bericht, was #aufschrei auch in den althergebrachten Medien bewirkte, ist ein Indiz für den Willen, nicht länger zuzuschauen, wie skeptische alte Herren die Welt von morgen mit Methoden von vorgestern zu beherrschen suchen. Nicht anders war es bei der Häuslerschen Viertelstunde.
Und die Quintessenz der 3 Tage ist so simpel, wie es nur irgend geht: Willst du Veränderungen, dann ist Diskutieren toll, Überlegen schick, Analysieren gut. Und was hilft, ist:
MACHEN.
Freitag, 10. Mai 2013
Donnerstag, 2. Mai 2013
Angst ist ein schlechter Ratgeber
Liebe Mitschwanzträger!
Manchmal habe ich das Gefühl, dass einige von euch Pseudopremiumausgaben tief drinnen spüren, wie es um die Differenz zwischen ausgeübter und tatsächlich berechtigtem Anspruch auf Macht bestellt ist.
Diese kleinen Momente, in denen ihr nicht ganz sicher seid, wie ihr eure vermeintliche Souveränität aufrecht erhalten sollt, verraten euch.
Und was macht ihr in diesen Momenten? Ihr flüchtet vor der Möglichkeit, euch der Realität zu stellen. Ihr sucht nach Rollenvorbildern, die euch aufzeigen, wie ihr eure Macht behalten könnt. Euer treibender Faktor ist die Angst. Die Angst, eine weniger einflussreiche Position zu haben. Möglicherweise sogar die Angst davor, dass ihr euren wahren Platz findet könntet und er euch nicht gefällt. Oder schlicht die Angst vor Veränderung.
Das ist, mit Verlaub, arm. Und ihr merkt es nicht einmal. Ihr denkt, niemand würde bemerken, wenn ihr diese kleinen Unsicherheitsmomente an den Tag legt. Und ihr irrt euch gewaltig.
Dabei gäbe es für euch nur zu gewinnen. Was ihr braucht - wie jeder andere Mensch auch - ist Bestätigung. Bestätigung auf gleicher Augenhöhe heißt Respekt. Und diese Bestätigung ist ungleich mehr wert als die Bestätigung, die ihr durch Aufschauen oder Anhimmelei erhalten könntet. Aber diese Erfahrung zu sammeln hieße, offen für eine Veränderung zu sein. Und davor habt ihr ja Angst.
Und merkt ihr noch etwas? In diesem Beitrag hab ich mit keinem Wort euer Gegenüber klassifiziert. Es ist nämlich egal, ob es eine Frau, jemand aus anderen Kulturkreisen oder anderer sexueller Orientierung ist: der Fehler im Mechanismus des Patriarchats seid ihr, ihr armen Würstchen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass einige von euch Pseudopremiumausgaben tief drinnen spüren, wie es um die Differenz zwischen ausgeübter und tatsächlich berechtigtem Anspruch auf Macht bestellt ist.
Diese kleinen Momente, in denen ihr nicht ganz sicher seid, wie ihr eure vermeintliche Souveränität aufrecht erhalten sollt, verraten euch.
Und was macht ihr in diesen Momenten? Ihr flüchtet vor der Möglichkeit, euch der Realität zu stellen. Ihr sucht nach Rollenvorbildern, die euch aufzeigen, wie ihr eure Macht behalten könnt. Euer treibender Faktor ist die Angst. Die Angst, eine weniger einflussreiche Position zu haben. Möglicherweise sogar die Angst davor, dass ihr euren wahren Platz findet könntet und er euch nicht gefällt. Oder schlicht die Angst vor Veränderung.
Das ist, mit Verlaub, arm. Und ihr merkt es nicht einmal. Ihr denkt, niemand würde bemerken, wenn ihr diese kleinen Unsicherheitsmomente an den Tag legt. Und ihr irrt euch gewaltig.
Dabei gäbe es für euch nur zu gewinnen. Was ihr braucht - wie jeder andere Mensch auch - ist Bestätigung. Bestätigung auf gleicher Augenhöhe heißt Respekt. Und diese Bestätigung ist ungleich mehr wert als die Bestätigung, die ihr durch Aufschauen oder Anhimmelei erhalten könntet. Aber diese Erfahrung zu sammeln hieße, offen für eine Veränderung zu sein. Und davor habt ihr ja Angst.
Und merkt ihr noch etwas? In diesem Beitrag hab ich mit keinem Wort euer Gegenüber klassifiziert. Es ist nämlich egal, ob es eine Frau, jemand aus anderen Kulturkreisen oder anderer sexueller Orientierung ist: der Fehler im Mechanismus des Patriarchats seid ihr, ihr armen Würstchen.
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